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Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen Teil 1

Teil 1: Effekte von Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen

Lange Zeit galt Krafttraining für Kinder und Jugendliche aufgrund fehlender Hormone und der Angst vor Überlastungsschäden als nutzlos und gefährlich. Heute weiß man, dass bei korrekter Betreuung und altersgerechter Durchführung ein Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen in jedem Alter sinnvoll und ungefährlich ist. Im ersten Teil unseres Blogs zum Thema „Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen“ erfahren Sie, wie sich Krafttraining bei Heranwachsenden auswirkt. In einem anschließenden 2. Teil werden Sie erfahren, wie ein Krafttraining mit Kindern oder Jugendlichen konkret geplant und umgesetzt werden sollte.
Statt der, wie lange angenommenen, negativen Auswirkungen von Krafttraining auf den aktiven und passiven Bewegungsapparat von Kindern und Jugendlichen, belegen nun verschiedene Studien, dass sich gezieltes Krafttraining im besonderen Maße positiv auswirkt. So wirkt es beispielsweise verletzungsprophylaktisch und verbessert die allgemeine Trainierbarkeit und Effizienz der Technik in anderen Sportarten. Sprich, Krafttraining ist gewisser Maßen eine Art Eintrittskarte für verschiedenste Sportarten, schafft es doch die muskulären Voraussetzungen für eine altersgerechte und korrekte Technikausführung.
Die Annahme, Krafttraining vor dem Eintritt in die Pubertät sei aufgrund der fehlenden Testosteronproduktion (Testosteron ist maßgeblich beteiligt beim Muskelaufbauprozess) ineffektiv, wurde längst korrigiert. Denn auch ohne muskuläre Adaptionen, in Form von Dickenwachstum, kommt es zu einer deutlichen Steigerung der Kraftentwicklung! Entscheidend hierfür sind vor allem neuronale Anpassungsmechanismen infolge gezielter Trainingsreize. Es kommt also zwar nicht zu einer Verbesserung des Kraftniveaus durch eine Steigerung der Muskelmasse, sondern vielmehr durch Verbesserung der intra- (Nerv-Muskel-Zusammenspiel eines einzelnen Muskels innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufs) und intermuskulären (Zusammenspiel mehrerer Muskeln untereinander) Koordination der Muskeln.
Im Ranking der Sportarten mit dem größten Verletzungspotential rangiert Krafttraining übrigens sogar weit abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze und zählt somit zu den ungefährlichsten Sportarten. Interessant ist zudem, dass die wenigen Verletzungen die geschehen, nicht aus dem eigentlichen Training resultieren, sondern meistens infolge unsachgemäßen Gebrauchs von Trainingsgeräten.
Wie die neuere Forschung zeigt, können Eltern also ihre Ängste gegenüber Krafttraining mit Kindern oder Jugendlichen getrost begraben. Denn sofern diese fachmännisch adäquat betreut werden, stellen sich bereits in kurzer Zeit viele positive Effekte ein:

• Alle Gewebearten (Knochen, Muskeln, Sehen, Bänder und Gelenkknorpel) verfestigen sich mit regelmäßigem Training
• Gezielte Belastungsreize wirken sich positiv auf Knochendichte, -masse und Knochenmineralgehalt aus
• Trainierte Kinder und Jugendliche weisen ein höheres psychisches Wohlbefinden und eine bessere Selbsteinschätzung auf als untrainierte Gleichaltrige
• Krafttraining fördert das allgemeine Gesundheitsverhalten und wirkt sich positiv auf die Zufriedenheit und Erwartungshaltung aus

Um nun ein altersgerechtes Krafttraining durchführen zu können, bedarf es der Einhaltung einiger Grundregeln. Diese betreffen vornehmlich die verschiedenen Entwicklungsphasen vom Vorschulalter über die Pubertät bis zur Adoleszenz. Im zweiten Teil unseres Blogs zum „Thema Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen“ erfahren Sie alles über die genaue Gestaltung eines altersgerechten Krafttrainings, von verschiedenen Trainingsmethoden, über die richtige Auswahl an Trainingsmitteln bis hin zur exakten Belastungszusammensetzung!